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Kartoffeln für Afrika

Potato Initiative Africa (PIA)

Was bewirkt PIA?

Seit Ende 2014 verwendeten Betriebe in Kenia und Nigeria erstmalig neue Saatkartoffeln aus Europa. Damit testen sie, welche Erträge sie mit diesen Sorten erzielen können. In Kenia fanden Demonstrationstage für Bauern zur Bodenbearbeitung, Aussaat und Pflanzenschutz statt. Mit der ersten Ernte erzielten die Kleinbauern Erträge von 14 bis 25 Tonnen pro Hektar. Bisher üblich waren acht bis zehn Tonnen. Das Internationale Kartoffelforschungsinstitut CIP begleitet die Untersuchungen und dokumentiert diese, um sie weiteren Ländern Afrikas zugänglich zu machen.

In Nigeria säten die Bauern die ersten neuen Sorten Anfang 2015. Die Versuche begleitet das nationale Kartoffelforschungsinstitut NRCRI. Zusätzlich entstanden Kleinbauerngruppen, die an Weiterbildungen zu guter landwirtschaftlicher Praxis, Marketing und Unternehmertum teilnehmen. Um Geschäftsbeziehungen zu lokalen Händlern aufzubauen, gründeten sie Anfang 2015 die Plateau Potato Producer and Market Association, in der sich etwa 20 Bauernorganisationen befinden.

Warum macht PIA das?

Die Kartoffel ist eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel in Subsahara-Afrika. Durch relativ kurze Wachstumszyklen kann der Kleinbauer gleich mehrmals im Jahr ernten. Mit ihrem hohen Nährstoffgehalt ist die Kartoffel Bestandteil vieler traditioneller Gerichte. Die Erträge kenianischer Kartoffelbauern sind jedoch vier- bis fünfmal geringer als in Europa, in Nigeria ernten die Bauern sogar bis zu zehnmal weniger. Hinzu kommt: die Qualität der Kartoffeln ist gering, die Sortenvielfalt und damit die Weiterverarbeitungsmöglichkeiten eingeschränkt. Die Nachfrage seitens weiterverarbeitender lokaler Unternehmen ist vorhanden, doch weder Qualität noch Quantität der Ernte genügen ihren Anforderungen.

Die Kartoffelbauern erwirtschaften dadurch ein geringes Einkommen und haben selbst oft nicht genug zu essen. Weiterverarbeitende Unternehmen sind auf Kartoffelimporte angewiesen. Die Einkommens- und Beschäftigungsmöglichkeiten der Branche bleiben weit hinter ihren Möglichkeiten zurück.

Wie macht PIA das?

Durch eine Modernisierung des Kartoffelanbaus und der Weiterverarbeitung, steigen sowohl Erträge als auch Qualität der Ernte. Das erhöht das Einkommen der Bauern. Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) führt die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH gemeinsam mit der Privatwirtschaft und lokalen Partnern aus Politik und Wissenschaft das Pilotprojekt Potato Initiative Africa (PIA) durch. Mit Kleinbauern und Projektpartnern vor Ort werden neue Kartoffelsorten und Technologien, wie z.B. Landmaschinen, getestet. Im Fokus stehen moderne Anbau- und Weiterverarbeitungsmethoden und gute landwirtschaftliche Praxis. Darunter fallen Bodenbearbeitung, Ernte- und Nachernteverfahren, Lagerung, integrierter Pflanzenschutz und hochwertige Saatkartoffeln. Außerdem werden Kleinbauern und weiterverarbeitenden Betrieben zusammengebracht. Durch höhere Erträge und bessere Qualität entwickelt sich die lokale Wertschöpfungskette – vom Kleinbauern bis zum Konsumenten: Es profitieren die Landwirte sowie die Unternehmen der weiterverarbeitenden Industrie und des Handels. Es entstehen neue Arbeitsplätze und das Einkommen der Menschen steigt.